Unter Fremden 2.0 - Das Kölner Künstler:innen Theater zu Gast an der Gesamtschule Windeck

Ingo versucht seinen Neffen Stefan zur Mithilfe bei einem Anschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft zu überreden.

Wie soll ich damit umgehen, wenn sich eine nahestehende Person plötzlich radikalisiert und beschließt, mit allen Mitteln gegen Zugewanderte vorzugehen? Wie kann ich ankommen, wenn mein Leben einen Punkt erreicht, an dem ich mich missverstanden und fremd fühle? Schauspieler:innen des Kölner Künstler:innen Theaters regten die Schüler:innen der Jahrgangsstufe 9 mit ihrem Theaterstück „UnterFremden 2.0“ an, Antworten auf diese Fragen zu finden. Dazu traten sie am 24.01.2025 in den Rollen der geflüchteten Iranerin Gigi (Helena Fuladdjusch), der Ukrainerin Oleksandra (Marina Arsangerieva), des Erftstädters Stefan und seines rechtsextremen Onkels Ingo (Georg zum Kley) auf der Bühne der Gesamtschule Windeck in Rosbach auf.

In einer Flüchtlingsunterkunft treffen Gigi, Oleksandra und Stefan aufeinander. Der junge Mann muss dort Sozialstunden ableisten und entwickelt nach anfänglicher Ablehnung immer mehr Zuneigung zu den beiden Frauen. Insbesondere Gigi hat es ihm angetan. Sie entdecken schnell Gemeinsamkeiten, wie die Liebe zum Rhein. Stefans Gefühle stehen dabei im Kontrast zu den rechtsextremen Parolen, die sein Onkel von sich gibt. Dieser plant einen Anschlag gegen die Flüchtlingsunterkunft. Auch an anderen Stellen wird von Autor und Regisseur Georg zum Kley mit Kontrasten gearbeitet. So treten die Handelnden mehrfach aus der Szenerie der Flüchtlingsunterkunft heraus, um dem Publikum die eigene Fluchtgeschichte zu erzählen. Die Härten, die Gigi und Oleksandra erlebt haben, gehen den Zuschauer:innen unter die Haut, während sie über Stefans Geschichte, der von seiner Odysse von Erftstadt via Knappsack nach Köln berichtet, nur den Kopf schütteln können.

Davon, dass das Stück auf die Schüler:innen Eindruck gemacht und es sie zum Reflektieren ihrer eigenen Haltung zum Thema Migration gebracht hat, zeugen verschiedene Aussagen. Ben Funken etwa schreibt: „Mir hat persönlich gut gefallen, dass das Ganze auf einer wahren Geschichte basiert und erläutert wurde, wie schlimm es sein kann, aus seinem Heimatland zu fliehen und wichtige Leute zu verlieren.“ Büşra Bozkurt schließt sich diesem Urteil mit den Worten an: „Ich wusste nicht, dass Flüchten so schlimm ist.“

Das Präventionstheater wurde zum Großteil durch das Landesprogramm „Gemeinsam MehrWert“ gefördert. Das Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises unterstützt mit diesen Mitteln die Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit der Gesamtschule Windeck, welche hierbei die Planung und und Umsetzung präventiver Maßnahmen innerhalb der Schule übernimmt.

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