Auf Augenhöhe mit dem Risiko: Die Präventionstage der Jahrgangsstufe 10

Polizeihauptkommissar Michael Jakob informiert die Schüler:innen über Unfallursachen.

Schüler:innen lernen, verantwortungsvoll zu fahren, Ersthelfer zu sein und die Folgen von Unfällen zu verstehen – damit Träume nicht durch fokussierte Fehlentscheidungen zerbrechen.

Die Präventionstage der Jahrgangsstufe 10 standen in diesem Jahr traditionell im Zeichen der Verkehrserziehung. Verschiedene Angebote sensibilisierten die Schüler:innen für ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr und motivierten sie zu engagiertem Helfen bei Unfällen.

 

Den Auftakt des dreitägigen Programms gestaltete der ADAC. Hier konnten die Schüler:innen mithilfe einer Rausch- und Drogenbrille erfahren, wie sich das Einschätzungsvermögen und somit auch das Verhalten unter Drogeneinfluss verändert. Zudem wurde den Schüler:innen Wissen aus dem Straßenverkehrsrecht vermittelt. In Erinnerung bleibt sicherlich auch die Erfahrung, im Überschlagsimulator zu stecken und der Dynamik eines Unfallgeschehens hilflos ausgeliefert zu sein.

 

Am zweiten Tag wurden die Schüler:innen des Jahrgangs dank des Engagements der Lehrerinnen Kira Ermert und Katia Hripin zu Ersthelfer:innen ausgebildet. Unter Anleitung des Deutschen Roten Kreuzes wurden Verbände angelegt, Notfallszenarien durchgespielt und schließlich auch die Herzdruckmassage geübt. Die Vorteile dieses Programms liegen auf der Hand: Einerseits sind die Schüler:innen nun in der Lage, in Notfällen Erste Hilfe zu leisten, andererseits haben sie einen Grundbaustein zum Erwerb eines Führerscheins absolviert.

 

Der dritte Präventionstage wird sicherlich am nachhaltigsten für vorausschauendes Handeln im Straßenverkehr gesorgt haben. Durch das Engagement von Polizeihauptkommissarin Heike Jakob und ihrem Mann, Polizeihauptkommissar Michael Jakob, konnte der Crash Kurs NRW in der Aula der Gesamtschule Windeck gastieren. Die Schüler:innen erfuhren hier aus erster Hand, wie ein Unfallgeschehen abläuft, was häufige Ursachen und vor allem, was die Folgen für die Betroffenen sind. In abwechslungsreichen Vorträgen richteten fünf Referent:innen vor allem einen eindringlichen Appell an die Zuhörer:innen: “Überlegt euch gut, wie und mit wem ihr fahrt.” Die Referent:innen berichteten dabei alle aus ihrer eigenen Erfahrung, da sie in ihrem Leben mit Unfallgeschehen konfrontiert waren. So zeigte Heinz-Ewald Verwey von der Feuerwehr Niederkassel Bilder von einem Verkehrsunfall auf offener Straße und wie die Bergungs- und Rettungsaktion ablief, während Kai Patelschick, Polizist, von einem Unfall im Herzen Windecks berichtete. Dieser kostete eine junge Fahrerin das Leben und bewegt ihn als Zeugen und Ersthelfer noch immer. Herr Jakob ergänzte: “Das Überbringen der Todesnachricht ist das Schlimmste, was einem Polizisten passieren kann.” Eine andere Perspektive auf ein Unfallgeschehen lieferte Günter Hann, Sachbearbeiter der Einsatzleitstelle Polizei, der die Schüler:innen fragte, was sie davon hielten, wenn ein alter Mann in sozialen Netzwerken nach ihren Profilbildern suche. Nachdem eine ablehnende Haltung der Zuhörer:innen erkennbar wurde, klärte er auf, dass er das häufig zur Identifizierung von Unfallopfern tun müsse, da diese nach einem Unfall oft bis zur Unkenntlichkeit verletzt seien. Peter Stader von der Feuerwehr Much, zugleich passionierter Motorradfahrer, erzählte anschließend von einem Motorradunfall bei Hoppengarten, bei dem er als Ersthelfer zugegen war und bei dem ein junger Auszubildender aus seinem Betrieb zu Tode kam.

Die größte Betroffenheit unter den Schüler:innen löste sicherlich der Bericht von Konni Holletzek aus. Diese informierte über den Leidensweg ihres Sohnes Jannik, der nach einem Fest zu einem alkoholisierten Fahrer ins Auto stieg. Die Fahrt mündete in einen Unfall, der ein langes Koma, einen noch längeren Krankenhausaufenthalt, nachhaltige körperliche Schädigungen und schließlich, nach zehn Jahren, den frühen Tod Janniks zur Folge hatte. Der tief anhaltende Schmerz Frau Holletsch’ war in diesem Moment für alle Schüler:innen nachvollziehbar.

Die Veranstaltung schloss mit einem eindrücklichen Bild. Die Schüler:innen hatten zuvor ihre Lebensträume auf einen Notizzettel geschrieben und in einer Box abgelegt. Zwei dieser Zettel zerris  Herr Jakob vor den Augen des Publikums. Damit brachte er zum Ausdruck, dass statistisch gesehen zwei der anwesenden Schüler:innen diese Träume aufgrund eines Verkehrsunfalls nicht würden verwirklichen können.

Dass die Botschaft des Crash Kurses bei den Schüler:innen angekommen ist, zeigte sich nach dem Programm anhand von Äußerungen der Schüler:innen. Dass Unfälle nicht irgendwo, sondern oft auch vor der eigenen Haustüre stattfinden, hat auf die Schülerin Lenja großen Eindruck gemacht. Ihre Mitschülerin Büşra ergänzte: “Mir bleibt vor allem in Erinnerung, wie wichtig es ist, vorsichtig zu fahren.” Schüler Luca schloss damit, dass man niemals, wenn man getrunken habe, Auto fahren solle.

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