Instagram, Schul.cloud und Discord – interaktives Lehren und Lernen Gesamtschule Windeck setzt auf individuelle Heimbeschulung

 

Mittlerweile sind es 272. Schon 272 trifft es vermutlich besser. Denn lange ist es noch nicht her, dawar die Plattform Schul.Cloud noch den wenigsten Schülerinnen und Schülern der GesamtschuleWindeck bekannt. Die Corona-Krise zeigt aber nun beispielhaft, wie nötig und sinnvoll digitalerFortschritt und ein einheitliches Konzept an Schulen sind. Die Herausforderungen treffen auch dieGesamtschule Windeck, die hier jedoch sehr engagiert unterschiedliche digitale Angebote macht,um den Kontakt zu ihren Schützlingen aufrechtzuerhalten.

 

Am Freitag, den 13.März 2020, folgte der Entschluss, der aktuell ganz Deutschland in Atem hält: Die Schulen und KiTas wurden auf Bundesebene bis zum letzten Tag der Osterferien, den 19. April 2020, geschlossen. Nicht nur für viele Eltern kam dieser Entschluss unerwartet, sondern ebenso für viele Lehrkräfte und Schüler*innen. In diesen brisanten Zeiten zeigte die Schulleitung der Gesamtschule Windeck jedoch ein gutes Krisenmanagement, denn sie bereitete ihr Personal bereits einige Tage zuvor umsichtig auf das zum damaligen Zeitpunkt zu erwartende Ereignis der Schulschließungen vor. Dabei leitete man erste wichtige Schritte ein, die nicht nur den Kontakt zuden Schüler*innen, sondern auch eine Vermittlung von Lehrplaninhalten, mit dem zurzeit vielfach heraufbeschworenen „Augenmaß“, sicherstellte.

 

Nach nunmehr zwei Wochen, in denen der Kontakt zu den Schüler*innen auf digitalem sowie telefonischem Weg erhalten blieb, lief bereits eine erste Evaluation zur Heimbeschulung an. Hierbei zeigte sich, dass ein überdurchschnittlich großer Prozentsatz aller Kinder und Jugendlichen mit schulischem Lehrstoff und gutem Kontakt zu ihren Klassen- und Fachlehrer*innen versorgt ist. Dabei sind die Zugänge jedoch sehr unterschiedlich.

 

Besonderen Zuspruch erhält zurzeit die Plattform Schul.cloud, die aufgrund der aktuellen Geschehnisse kostenlose Zugänge gewährt. Hier können die Schüler*innen über ihre Lehrer*innen jederzeit Registrierungsschlüssel erhalten und sind dann Teil der Community der Gesamtschule Windeck. Innerhalb dieser Gruppe können sie Kursen beitreten und Inhalte sowie Fragen mit ihren Tutor*innen sowie ihren Mitschüler*innen austauschen. Alles unter strengen Datenschutzkriterien. Auch genutzt wird das Programm Padlet, eine interaktive Pinnwand, die Arbeitsaufträge und Lernhinweise enthält, welche innerhalb der Pinnwand auch kommentiert werden können. Eine der IPad-Klassen erprobte bereits den gemeinsamen Austausch über die App Discord. Hier sind die Nutzer miteinander per Sprechfunk vernetzt. Mithilfe von Discord tauschen sich bereits auch viele Pädagogen der Gesamtschule Windeck aus, sodass eine gemeinsame Absprache und Konferenzen trotz der Krisensituation sehr gut umsetzbar sind.

 

Englischlehrerin Ricarda Fischer versucht die Wissensvermittlung auf einem ungewöhnlichen, aber sehr schülernahem Weg voranzutreiben: Sie nutzte den Zeitgeist der Jugendlichen, die sie im Englisch Erweiterungskurs des 10. Jahrgangs lehrt und richtete einen Kurs über die Social-Media Plattform Instagram ein. In dem eingerichteten Profil wird sich nicht nur fachlich, sondern auch über lebensnahe Dinge wie aktuelle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung oder auch über die Wichtigkeit eines geregelten Tagesablaufs ausgetauscht. Auch zeigt die Evaluation, wie dankbar und positiv die Rückmeldungen vieler Schüler*innen und Eltern ausfallen. Viele zeigen sich aber nicht nur sehr dankbar über die engmaschige Betreuung,sondern brauchen diese auch. Dafür sind unter anderem auch die Schulsozialarbeiter im Einsatz, die aktuell nicht nur telefonisch und virtuell betreuen, sondern bereits ein Konzept für ein ganz besonderes Ferienangebot erarbeitet haben, welche alle Schüler*innen zum Start in die Ferien erhielten. Hierbei werden diverse Challenges mit ausgefeilten Anleitungen an die Kinder und Jugendlichen gebracht, über welche sich dann digital austauschen konnten. Neben all den Bemühungen besteht aber auch ein eindeutiges Interesse nach Vereinheitlichung. Dazu wird aktuell die Plattform Google-Education von der Schulleitung erkundet, welche möglicherweise eine Alternative für alle Interessen darstellen könnte.

Die aktuelle Krise zeigt beispielhaft, welches Potential uns das digitale Zeitalter bietet. Sie bringt uns ganz sicher nicht nur auf schulischer Ebene ein verbessertes Krisenmanagement als Ergebnis. Immerhin.

 

Bild 1: Englischunterricht per Instagram. Lehrerin, Ricarda Fischer, nutzt die digitalen Sozialräumeder Jugendlichen, um möglichst alle zu erreichen.

 

Bild 2: Die Apps Schul.cloud (links) und Discord (rechts) sind aktuell sehr gefragt. Mit ihnen lässtes sich trotz der Schulschließung gut kommunizieren.