Felix

Felix: Sozial- und Arbeitslehre

Das nun nicht mehr ganz so neue Fach

Das neue Unterrichtsfach, welches seit diesem Schuljahr an unserer Schule fest im Stundenplan verankert ist, setzt sich sowohl aus Angeboten des Sozialen Lernens als auch aus Komponenten der Arbeitslehre zusammen. Wie bereits berichtet liegt der Themenschwerpunkt der Jahrgangsstufen 5-7 im Bereich des sozialen Miteinanders. Ab der Jahrgangstufe 8 liegt der Schwerpunkt des Unterrichtsfaches im Bereich der Arbeitslehre und besonders der Berufsvorbereitung. Hier lernen die Schüler neben dem Verfassen von Bewerbungen und dem Kennenlernen konkreter Berufsfelder auch, welche Schlüsselkompetenzen und individuelle Kompetenzen im Berufsalltag unabdingbar sind. Dabei erhalten sie die Möglichkeit, sich in diesen Bereichen auszuprobieren und ihre eigenen Fähigkeiten vertieft kennenzulernen.

Die Berufsvorbereitung ist ein elementarer Bestandteil schulischer Bildung und daher wird an unserer Schule ebenfalls ein Arbeitsbereich diesem Gebiet eingeräumt. Dies ist im Fach Felix fest verankert. Damit die Schüler sich fundiert für ihre Zukunft ausrichten können, benötigen sie begleitete Erfahrungsräume. Um einen geeigneten Beruf zu finden, gilt es bereits während der Schulzeit Räume zu schaffen, in denen Schüler ihre individuellen Interessen und Kompetenzen mit den Anforderungen der verschiedenen realistischen Berufsfelder abgleichen können. Hierbei steht in Felix das Erarbeiten eigener Persönlichkeitsprofile und das Kennenlernen verschiedener Berufsprofile im Vordergrund. Hier wird neben Einblicken in Ausbildungsberufe auch Studienorientierung angeboten.

Felix ermöglicht durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Talenten und Fähigkeiten ein klares klaren Bild der eigenen Persönlichkeit zu bekommen und diese mit realistisch, fundierten Zukunftsperspektiven in Einklang zu bringen.

Ein Bereich der Berufsvorbereitung ist das Kennenlernen der Schlüsselkompetenzen und im Anschluss daran, Erfahrungen der eigenen Kompetenzen in diesen Bereich zu machen.

Dazu wurde unter anderem in der Klasse 9b eine Einheit zu den Schlüsselkompetenzen angeboten. Hier konnten die Schüler verschiedene Erfahrungen im Umgang miteinander und ihren eigenen Fähigkeiten machen. In der Unterrichtsstunde „Schlüsselkompetenz Teamfähigkeit“ konnten die Schüler der Gesamtschule Windeck verschiedene kooperative Übungen ausprobieren, in denen sie ihre Teamkompetenz auf die Probe stellen konnte. Die Schüler sollten in einer Gruppe von 4-6 Schülern eine Brücke aus Papier bauen. Hierbei bestand neben der Fertigstellung einer Brücke der Schwerpunkt darin, dass die Übung im Team durchgeführt werden sollte. Jeder hatte so seine eigene Rolle und es wurde den Schülern deutlich, welche Eigenschaften für eine gelungene Teamarbeit gefragt sind. Die meisten Schüler waren voller Tatendrang bei der Sache und jeder konnte seine eigenen Talente in den Teamprozess einbringen. So konnten sowohl Schüler als auch Lehrer wichtige Erfahrungen über die eigene Persönlichkeit gewinnen.

Das Unterrichtsfach Felix: Sozial- und Arbeitslehrer ist eine Bereicherung für unsere Schüler und bietet neben den anderen Unterrichtsfächern vertieft die Möglichkeit, sich mit der eigenen Persönlichkeit und Fähigkeiten auseinanderzusetzen. So wird die Basis für eine erfolgreiche Lebensbewältigung ermöglicht.

 

 

Projekt: “WIR SITZEN ALLE IN EINEM BOOT”

Soziales Lernen findet immer und überall statt: in der Familie, der Freizeit und natürlich auch in der Schule.

Daraus leitet sich der Anspruch nach einem entsprechenden Unterrichtsfach ab.

Mit dem Schuljahr 2016/2017 wird das Fach Felix: Sozial- und Arbeitslehre an der Gesamtschule Windeck mit einer Wochenstunde unterrichtet.

Der Schwerpunkt der Unterrichtsinhalte liegt in den Jahrgangsstufen 5-8 auf Übungen und Erfahrungen im sozialen Miteinander.

Dieses Miteinander ist in Beziehungen strukturiert, die differenzierte Formen von Nähe und Distanz aufzeigen. In der Schule ist es durch Regeln und Verhaltensweisen gekennzeichnet, die es dem Individuum ermöglichen eigene Interessen, die Interessen der Mitschüler/innen und in der Erweiterung die der Lehrer/innen wahrzunehmen, zu respektieren und als bereichernd zu empfinden.

Mit dem zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 8 liegt der Schwerpunkt in Bezug auf Arbeitslehre in der Vermittlung von Inhalten zu Bewerbung und Berufsfeldern. Die Schülerinnen und Schüler lernen individuelle Stärken und Schwächen, Talente und Wünsche in Bezug auf ihre schulische und berufliche Zukunft zu benennen und zielorientierte eigene Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

 

Die Ziele eines Unterrichtsfaches Sozial- und Arbeitslehre sind also:

- die Förderung sozialer Schlüsselkompetenzen

- der Abbau von Ängsten

- das Bewusstsein und der Umgang mit Stärken und Schwächen

- der Aufbau von Hilfesystemen

- die Unterstützung der Gruppenfindung und Gruppenentwicklung

- die individuelle Förderung

- der Transfer der Erfahrungen auf erweiterte Alltags- und Lebenssituationen

 

Die Voraussetzungen sind:

- Akzeptanz und Verständnis

- eine offene Kommunikation

- konstruktive und offene Entwicklungsstrategien

- die Möglichkeit zur Selbstverantwortung aller am Prozess Beteiligten

- Vertrauen

- Gemeinsames Lernen

- allgemein gültige Verfahrensregeln

- Vorbildfunktion der Lehrer/innen

- Zusammenarbeit mit den Eltern

 

Das Unterrichtsfach Sozial- und Arbeitslehre wird praxisnah und erfahrbar vermittelt. Das Prinzip ist – in Ergänzung zu der Aufarbeitung aktueller Geschehnisse im Klassenalltag und ohne “pädagogischen Zeigefinger” – in Übungen die eigene Erfahrungswelt “ICH-DU-WIR” zu vermitteln und über Einsicht positive Verhaltensweisen und Interaktionen kleinschrittig zu erarbeiten.

 

Als Beispiel wird die Unterrichtsreihe “WIR SITZEN ALLE IN EINEM BOOT” vorgestellt.

Zu Beginn jeder Stunde findet eine kleine Entspannungsübung statt.

Für die Projektarbeit arbeiten 4-6 Schüler/innen, die nach einem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, zusammen. Ausdrücklich soll die Möglichkeit gegeben werden, auch mit Mitschülerinnen/Mitschülern in einer Gruppe zu planen und zu entwickeln, mit denen sonst nicht so viel Kontakt in der Klassengemeinschaft gibt.

Die Aufgabenstellung:

Stell Dir vor, Du machst eine Seereise. Mit einer Yacht? Einem Passagierschiff? Einem Luxusliner? Einem U-Boot?

Welche Aufgaben müssen übernommen werden, damit das Schiff seetauglich ist?

Wer übernimmt welche Aufgabe?

Wo startet ihr, wo möchtet ihr ankommen?

Die Schüler/innen entwickeln im Team zunächst Ideen und Vorstellungen zu ihrer Reise und entwerfen ein Schiffsmodell.

Auf einem großen Plakat werden die Ideen umgesetzt. Für die Vorstellung vor der Klassengemeinschaft wird, orientiert an der Aufgabenstellung, ein gemeinsamer Text erarbeitet und verschriftlicht.

In der Auswertung wird zusätzlich die Zusammenarbeit der Schüler/innen, die Möglichkeit gemeinsam Entscheidungen zu treffen und die Teamatmosphäre erfragt.

Alle Teams hatten gute bis sehr gute Möglichkeiten zusammen zu arbeiten und waren mit der Ausarbeitung und Umsetzung der Aufgabe sehr zufrieden. Die Zufälligkeit der Zusammensetzung der Gruppe ist keine Schwierigkeit gewesen und wurde von keiner Gruppe angesprochen.

Diese Übung bietet für die ganze Klasse gute Möglichkeiten miteinander zu lernen und zu arbeiten. Insbesondere Schülerinnen und Schüler, die nicht so viel

alltäglichen Kontakt haben, können sich besser kennen und schätzen lernen.